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Der Mieterschutz - Mieterschutzverband Österreich Schimmelbefall und seine Auswirkungen. Mieterschutz - Mieterschutzverband Österreich
Winterzeit - Schimmelzeit. Ein häufiges Problem, dass besonders in der Übergangszeit zum Winter an den Mieterschutzverband herangetragen wird, ist jenes von Feuchtigkeit und Schimmel in Wohnungen.
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Viele Mieter sind regelrecht ratlos und verzweifelt, da feuchte Wohnungen Risiken für die Gesundheit darstellen und die Wohnqualität erheblich beeinträchtigen. Durch das Unbrauchbarwerden von Einrichtungsgegenständen nehmen Mieter oftmals auch finanziell großen Schaden.

Nachfolgend die im Zusammenhang mit der Schimmelproblematik häufigsten Fragestellungen.

Was kann die Ursache von Schimmelbefall in Wohnungen sein und an welchen Stellen tritt er besonders oft in Erscheinung?
Es gibt eine Vielzahl an Ursachen für Schimmelbildung, manchmal sind es auch mehrere Komponenten, die zusammentreffen.
Bautechnische bzw. konstruktive Ursachen sind vor allem Wärmebrücken. Das sind Mauerbereiche, an denen die Wärme schneller nach außen transportiert wird und die daher kühler sind (Häufig verursacht durch Außenverputzschäden oder Isolierungslücken). Weitere nicht vom Mieter beeinflussbare Ursachen: Leckagen, mangelhafte oder fehlende Abdichtungen (aufsteigende oder eindringende Feuchtigkeit aus dem Untergrund), Wassereintritte vom kaputten Dach, Rohrbrüche, Unzureichende Lüftungstätigkeit während der Austrocknungsphase (Baurestfeuchtigkeit) etc.

Nutzerbedingte Ursachen könnten sein:
Erhöhte Feuchteproduktion im Innenraum (z.B. Wäschetrocknen in der Wohnung)
Nicht ausreichende oder falsche Lüftung
Nicht ausreichende oder ungleichmäßige Beheizung
Mangelnde Luftzirkulation durch falsche Möblierung an Außenwänden

Unsere Mieter legen uns oft Fotos vor, die Schimmelbefall bei Fensterlaibungen zeigen. Die Ursache?
Die Schimmelbildung in den Fensterlaibungen ist in vielen Fällen auf ein falsches Lüftungsverhalten wie z.B. Kippstellung der Fenster zurückzuführen. Durch eine dauerhafte Kippstellung wird nur geringe Luftzirkulation erreicht! Dafür kühlen aber die Laibungen aus, was die Schimmelbildung begünstigt.


Wie wird die Feuchtigkeit gemessen?
Die relative Raumluftfeuchtigkeit wird mit einem sogenannten Hygrometer gemessen. Dabei sollte die Bedienungsanleitung bzw. die darin enthaltene Wartungsanleitung des jeweiligen Gerätes beachtet werden, da diese regelmäßig gewartet werden müssen.

Wie hoch darf die Raumluftfeuchte sein, damit kein Schimmel auftritt?
Dies hängt von der Raumtemperatur und der Wandoberflächentemperatur ab. Je kühler ein Raum bzw. eine Oberfläche ist, desto geringer sollte auch die relative Raumluftfeuchtigkeit sein. Das heißt auch, dass wenig beheizte Räume öfter gelüftet werden müssen. Ungefähr kann jedoch gesagt werden, dass bei einer Raumtemperatur von 20°C die relative Raumluftfeuchtigkeit einen Bereich von 50 55%rF nicht über-schreiten soll.

Wie beuge ich als Wohnungsbenutzer Schimmel vor bzw. wie kann man vorhandenen Schimmel nachhaltig entfernen?
Vor allem in der Heizperiode ist das Hauptaugenmerk auf eine gleichmäßige Beheizung der Wohnräume und mind. 3 mal tägliches Belüften durch Stoßlüften der Räume zu legen.

Im Winter ist, das Stoßlüften eine äußerst wirkungsvolle Maßnahme. Achtung: Dauerlüften kühlt die Wohnung aus! Durch bloßes Kippen der Fenster wird nur geringe Luftzirkulation erreicht.

Baurestfeuchtigkeit in Neubauten bzw. nach Sanierungen sollte möglichst noch vor Bezug der Wohnung ausgetrocknet werden. Sollte dies nicht möglich sein, so muss in den Wohnungen mehr als 3 mal täglich stoßgelüftet werden.

Große Möbelstücke sollten nicht an Außenwände gestellt werden. Wenn dies unvermeidlich ist, dann sollten diese mit einem Mindestabstand von 6 cm zur Wand aufgestellt werden. In der Wohnung anfallende Feuchtigkeit wie z.B. nach dem Duschen, Kochen oder Dampfbügeln sollte sofort und direkt ins Freie abgelüftet werden. Türen zu kühleren oder feuchten Räumen sollten geschlossen sein.

Zur nachhaltigen Schimmelpilz-Bekämpfung ist es erforderlich, die Ursache dafür zu kennen und diese zu beseitigen. Zur Oberflächenreinigung können die betroffenen Stellen mit einem wachstumshemmenden Mittel (z.B. Alkohol) behandelt werden. Befallene Materialien wie Tapeten sollten entfernt werden.

Wie wirken sich Schimmelsporen auf die Gesundheit aus?
Viele unserer Mitglieder klagen über Atemwegsbeschwerden, verstopfte Nebenhöhlen, Kopfschmerzen oder sonstige allergische Reaktionen, dies leider auch zunehmend bei Kleinkindern.

Gibt es Indizien die noch vor Anmietung einer Wohnung Hinweise darauf vermitteln, ob Schimmelgefahr besteht?
Da meistens die Wohnungen vor Übergabe ausgemalen und somit auch der Schimmel bekämpft wurde, ist dies meist schwierig. Unsere Erfahrung zeigt leider, dass manche Vermieter gelegentlich, offenbar im Wissen des Schimmelbefalls, die Wohnung vor der Vermietung übermalen lassen, sodass dieser anfangs nicht sichtbar ist.

Wie sollen sich Mieter gegenüber Ihrem Vermieter verhalten?
Natürlich auch das eigene Benutzerverhalten überdenken. Sollte dieses korrekt sein, sind wohl bauliche Mängel anzunehmen. In diesem Fall sollte der Vermieter (am besten schriftlich) verständigt werden, damit dieser die Sanierung veranlassen kann. Ist ein falsches Benutzerverhalten an der Entstehung des Schimmels auszuschließen, kann der Schimmelbefall auch Mietzinsminderungsansprüche gemäß § 1096 ABGB auslösen. Das Mietzinsminderungsrecht tritt „ex lege“, also automatisch ein. Das heißt, der Mieter schuldet ab Eintreten des Mangels nur mehr einen verminderten Prozentsatz der Gesamtmiete entsprechend der Gebrauchsminderung der Wohnung.

Es empfiehlt sich unbedingt, solche Fragen immer mit einem im Wohnrecht spezialisierten Juristen abzuklären, da sich Mieter durch die Minderung des Mietzinses zumindest theoretisch einer Kündigungsgefahr aussetzen (sollte die verminderte Einzahlung des Mietzinses zu Unrecht erfolgt sein).

Kurzanleitung.
Eine Salzburger gemmeinützige Wohnbaugesellschaft hat uns nachstehenden Verhaltenskodex übermittelt:

1. Wenn ein Fenster innen an der Verglasung "schwitzt" ist es im Raum IMMER zu feucht.
Nachdem die Verglasung in der Regel der schwächste Punkt der Dämmung ist, darf bei einem trockenen Fensterglas auch woanders kein Problem auftreten,

2. Ausreichend gelüftet ist immer dann, wenn die AUSSENSCHEIBE des Fenster NICHT mehr angelaufen ist.
Am Beginn des Lüftungsvorganges wird bei (kritischen) tieferen Aussentemperaturen die Aussenseite des Fensters nach dem Öffnen sofort beschlagen.
Wie lange der Beschlag bleibt, ist abhängig von der Außentemperatur, der Raumtemperatur und der Raumfeuchte.

3. Das Fenster ist so das perfekte und vor allem auch kostenlose Messgerät zur Bestimmung des Zeitpunkts wann gelüftet werden muss (Innenscheibe) und wann genug gelüftet ist (Aussenscheibe). Kein Mieter braucht sich daher ein Hygrometer kaufen, das - ohne Fachkenntnisse - ohnehin nicht viel nützt, da die Raumkonditionen allein nicht aussagekräftig sind.


MSV Oberösterreich
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